58 Prozent der Haushalte halten empfohlenen Bargeld-Notpuffer
DNB Studie

58 Prozent der Haushalte halten empfohlenen Bargeld-Notpuffer

58 Prozent der niederländischen Haushalte halten die empfohlene Barreserve von 70 Euro je Erwachsenem für dreitägige Ausfälle elektronischer Zahlungen bereit. Eine DNB-Umfrage unter 5.672 Personen belegt, dass 71 Prozent die Empfehlung kennen, aber Trägheit und Finanznöte die Umsetzung hemmen.

70 Euro für 72 Stunden ohne Strom

Die offizielle Empfehlung des niederländischen Forums für das Zahlungssystem (NFPS) rät zu einer Notfallreserve von 70 Euro pro Erwachsenem und 30 Euro pro Kind, um 72 Stunden ohne elektronische Bezahlsysteme zu überbrücken.

71 Prozent der 5.672 befragten Bürger kennen diese Richtlinie, jedoch halten nur 58 Prozent den Betrag tatsächlich vor.

Neun Prozent besitzen gar kein Bargeld, während 33 Prozent weniger als empfohlen aufbewahren.

Wer die Vorgabe kennt, erfüllt sie mit einer um 21 Prozentpunkte höheren Wahrscheinlichkeit (64 Prozent gegenüber 41 Prozent).

Bei Ausfällen digitaler Kanäle bieten alternative Karten oder Wallets nur bedingt Schutz: 77 Prozent der Befragten besitzen lediglich eine Debitkarte bei einer einzigen Bank.

Aufschub und finanzielle Barrieren

Als Hauptgrund für unzureichende Barreserven nennen 33 Prozent der Säumigen schlichte Trägheit – sie kamen bislang nicht dazu.

Finanzielle Engpässe betreffen vor allem Haushalte mit geringem Einkommen: Bei Personen mit Schwierigkeiten, über die Runden zu kommen, steigt die Angabe fehlender Mittel als Hinderungsgrund um 15 Prozentpunkte.

Sicherheitsbedenken führen 14 Prozent an, während 16 Prozent glauben, im Notfall auch ohne Bargeld auszukommen.

Gezielte Behördenkommunikation steigerte die Befolgungsquote hingegen messbar um 9 Prozentpunkte.

Aufklärung allein füllt keine Notkassen

Die Ergebnisse entlarven die Illusion, dass rein digitale Gesellschaften allein durch Informationskampagnen krisenfest werden.

Wer Bürgern zu Barreserven rät, muss vor allem einkommensschwachen Haushalten bezahlbare und sichere Zugangswege zum Bargeld garantieren.

Solange Notfallvorsorge an individueller Liquidität scheitert, bleibt das Bezahlsystem bei flächendeckenden Blackouts verwundbar.

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