Käufervertrauen treibt Immobilienpreise um bis zu 4,4 Prozent
DNB Studie

Käufervertrauen treibt Immobilienpreise um bis zu 4,4 Prozent

Positives Verbrauchervertrauen treibt niederländische Immobilienpreise um bis zu 4,4 Prozent. Eine DNB-Studie für die Jahre 2006 bis 2024 belegt, dass das Preisniveau primär von Käufererwartungen bestimmt wird, während der Optimismus von Verkäufern keine statistische Wirkung zeigt.

Aufpreis für gute Laune

Die Ökonomen Arjan de Leuw, Marc Francke und Dorinth van Dijk verknüpften für die DNB-Analyse 182.369 Umfragedaten des Statistikamts CBS mit 3,3 Millionen Immobilientransaktionen von 2006 bis 2024.

Das Ergebnis: In Märkten mit knappem Bauland zahlen optimistische Käufer bereinigt um Auswahleffekte 2,2 Prozent höhere Preise für vergleichbare Objekte als neutrale Bieter.

In den am stärksten regulierten Kommunen klettert dieser Aufschlag auf 4,4 Prozent.

Bezogen auf den durchschnittlichen Kaufpreis von 453.000 Euro im Jahr 2024 entspricht das einer Prämie von rund 10.000 Euro.

Auch die Marktbeteiligung reagiert asymmetrisch: Bei optimistischer Stimmung steigen die Kaufchancen um 12,1 Prozent, während Verkäufererwartungen die Transaktionspreise statistisch nicht bewegen.

Asymmetrie am Biettisch

Die Asymmetrie zwischen Angebot und Nachfrage wurzelt in der Marktstruktur.

Während Verkäufer meist durch Makler gebunden sind, agieren Käufer in verdeckten Bieterverfahren direkt und unter hohem Zeitdruck.

Zudem trennt die Studie zwei Wirkungspfade: Die persönliche Finanzlage entscheidet primär darüber, ob Haushalte überhaupt eine Immobilie suchen.

Wie viel geboten wird, hängt dagegen am Blick auf die Gesamtwirtschaft.

Optimistische Konjunkturerwartungen treiben so die Zahlungsbereitschaft nach oben.

Teure Illusionen im Engpass

Das Papier widerlegt die These rein fundamental getriebener Immobilienpreise.

In engen Wohnungsmärkten zahlen Käufer Tausende Euro allein für ihre eigene Euphorie.

Für die Finanzaufsicht bedeutet dies, dass rein makroökonomischer Optimismus gefährliche Bewertungsblasen nährt.

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