Sleijpen: Inklusion ist Kultur, keine Politik
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Sleijpen: Inklusion ist Kultur, keine Politik

DNB-Direktor Olaf Sleijpen betonte die Bedeutung von Vielfalt und Inklusion für die Leistungsfähigkeit von Organisationen. Er sprach anlässlich des Internationalen Tages gegen Homo/Bi/Inter/Transphobie (IDAHOBIT) über die Schaffung eines besseren Arbeitsplatzes.

Das Paradox der Leis­tungs­fä­hig­keit

Fußball lehrt uns, dass Vielfalt entscheidend ist: Ein Team aus elf Torhütern würde scheitern, da Erfolg von unterschiedlichen Rollen, Perspektiven und Stärken abhängt.

DNB-Direktor Olaf Sleijpen übertrug dieses Prinzip auf den Arbeitsplatz und betonte, dass echte Qualität entsteht, wenn Menschen sich sicher fühlen, voll beizutragen – dies gelte auch für LGBTQIA+-Mitarbeitende.

Studien belegen konsistent, dass inklusive Organisationen nicht nur bessere Talente anziehen und Mitarbeiter länger binden, sondern auch fundiertere Entscheidungen treffen und innovativer sind.

Es handelt sich somit nicht nur um eine moralische, sondern auch um eine geschäftliche Frage, da unterschiedliche Perspektiven Annahmen hinterfragen und Blindstellen vermeiden.

Die gelebte Erfahrung von LGBTQIA+-Mitarbeitenden bringt wichtige Einsichten, die Problemlösungen und das Verständnis der Welt maßgeblich prägen.

Kultur gestalten, nicht nur verwalten

Inklusion ist keine bloße Richtlinie, sondern eine lebendige Kultur, die von jedem Einzelnen im Alltag gestaltet wird.

Viele LGBTQIA+-Personen haben am Arbeitsplatz Momente erlebt, in denen sie sich fragten, ob sie offen sein können, was dazu führt, dass wertvolle Energie für das Verbergen der eigenen Identität aufgewendet wird, anstatt sich auf die Leistung zu konzentrieren.

Diese emotionale Erschöpfung ist auch ökonomisch ineffizient, da Menschen am besten performen, wenn sie sich psychologisch sicher fühlen.

Vielfalt allein genügt nicht; Inklusion bedeutet, dass jeder voll teilnehmen kann – respektiert, gehört und fair gefördert, ohne Angst.

Kleine Handlungen im Alltag, wie inklusive Sprache, das Korrigieren respektloser Witze oder die Unterstützung von Kollegen, sind entscheidend, da Kultur aus wiederholten kleinen Verhaltensweisen entsteht und Schweigen ebenfalls Signale aussendet.

Menschlichkeit als Antrieb

Die leider sinkende Akzeptanz von LGBTQIA+ ist eine besorgniserregende Entwicklung, die dem Prinzip 'Leben und leben lassen' widerspricht.

Es geht nicht darum, alle gleich zu machen, sondern professionelle Umgebungen zu schaffen, in denen jeder gleichwertig beitragen kann.

Letztlich sind Arbeitsplätze Gemeinschaften, in denen Menschen einen Großteil ihres Lebens verbringen – sie sollten Orte sein, an denen Menschen aufblühen und ihre Stärken entfalten können, anstatt sich zu verstecken.