Versicherer steigern Anteil privater Assets auf 22 Prozent
DNB Paper

Versicherer steigern Anteil privater Assets auf 22 Prozent

Niederländische Versicherer haben ihren Anteil an nicht börsennotierten Privatmärkten von 14 auf 22 Prozent aufgestockt. Bei Pensionskassen stieg das Volumen auf 229 Milliarden Euro. Eine DNB-Studie warnt vor Bewertungsrisiken und verdeckten Verflechtungen im Finanzsystem.

Starkes Wachstum bei Private Credit

Die Bestände niederländischer Versicherer in Private Assets kletterten zwischen 2021 und 2025 von 39 auf 47 Milliarden Euro.

Treiber dieser Entwicklung sind vor allem Private-Credit-Engagements, die um 37 Prozent auf 17,5 Milliarden Euro stiegen und nun 8,3 Prozent des verwalteten Vermögens ausmachen.

Pensionskassen halten mit 229 Milliarden Euro das deutlich größere Volumen, wobei bei ihnen Private Equity mit 79 Milliarden Euro und Immobilien mit 69 Milliarden Euro dominieren.

Zurückzuführen ist das Wachstum bei Versicherern auf die Suche nach stabilen Zahlungsströmen zur Abdeckung nomineller Verbindlichkeiten.

DNB untersuchte hierzu Daten von acht Großversicherern mit 210 Milliarden Euro sowie fünf Pensionskassen mit 995 Milliarden Euro Bilanzsumme.

Verzögerte Bewertungen und verdeckte Risiken

Obwohl unmittelbare systemische Gefahren derzeit begrenzt sind, bergen die Eigenheiten illiquider Märkte erhebliche Risiken.

Da Marktpreise fehlen, erfolgen Bewertungen meist modellbasiert und zeitversetzt auf Quartalsbasis.

Dies kann Eintrübungen verschleiern und bei Anpassungen zu plötzlichen Abwertungskaskaden führen.

Zudem erhöhen vielschichtige Fondsstrukturen und Verbriefungsinstrumente wie Synthetic Risk Transfers die Komplexität.

Die tatsächliche Risikoverteilung zwischen Banken und Nicht-Banken bleibt dadurch im Stressfall oft undurchsichtig.

Aufsicht muss von der Seitenlinie aufs Feld

Die Aufsicht blickt bei den komplexen Verschachtelungen der Privatmärkte weitgehend in einen blinden Fleck.

Modellbasierte Zeitverzögerungen bei den Bewertungen wiegen die Akteure in eine trügerische Sicherheit.

Wer systemische Risiken verhindern will, muss grenzüberschreitende Stresstests baldmöglichst zur Pflicht machen.