Antizyklischer Kapitalpuffer bleibt bei 2,0 Prozent
De Nederlandsche Bank belässt den antizyklischen Kapitalpuffer für das dritte Quartal 2026 unverändert bei 2,0 Prozent. Die Notenbank begründet den Beschluss mit einem normalen zyklischen Risikoumfeld und der stabilen Kapitalausstattung des heimischen Bankensektors.
Abweichung von der Basel-Formel
De Nederlandsche Bank (DNB) hält an der Quote von 2,0 Prozent für den antizyklischen Kapitalpuffer fest.
Die zyklischen Systemrisiken bewegen sich laut dem Aufsichtsdashboard im historischen Durchschnitt zwischen der 25. und 75. Perzentile.
Während die rein mechanische Basel-Formel anhand der Kredit-BIP-Lücke null Prozent nahelegt, nutzt die DNB ihren Ermessensspielraum für eine breitere Gesamtanalyse.
Das Kreditwachstum an Haushalte und Unternehmen bleibt positiv, ohne dass das Kreditangebot der Banken eingeschränkt ist.
Da die Schuldendienstquoten stabil sind und notleidende Kredite auf historisch niedrigem Niveau verharren, sieht die Aufsicht kurzfristig keinen Bedarf für eine Absenkung oder Anhebung des Puffers.
Immobilienpreise und geopolitische Risiken
Die Gesamtwirtschaft wächst bei niedriger Arbeitslosigkeit, verliert jedoch durch geopolitische Spannungen und Energieunsicherheiten an Dynamik.
Ein maßgeblicher Risikofaktor bleiben die Vermögenspreise: Die Immobilienpreise legten bei Wohn- und Gewerbeobjekten über zwei Jahre real um jeweils 7,0 Prozent zu.
Niedrige Risikoprämien an den Finanzmärkten spiegeln eine unverändert hohe Risikobereitschaft wider.
Dank solider Profitabilität und robuster Eigenkapitalpolster sind die niederländischen Institute jedoch gut gegen mögliche Schocks gewappnet.
Prävention schlägt starre Regeln
Die DNB beweist Weitsicht, indem sie die starre Basel-Formel ignoriert und den Puffer bei zwei Prozent belässt.
Angesichts heißgelaufener Immobilienmärkte wäre eine Absenkung das völlig falsche Signal an die Banken.
Risikovorsorge in ruhigen Zeiten sichert den nötigen Spielraum für künftige Schocks.