Heimische Anbieter prägen die Wahl neuer Bezahlverfahren
DNB Studie

Heimische Anbieter prägen die Wahl neuer Bezahlverfahren

Niederländische Verbraucher bevorzugen neue Bezahlverfahren heimischer Anbieter deutlich gegenüber ausländischen Alternativen. Eine Studie der niederländischen Zentralbank zeigt zudem Vorteile für die Integration in bestehende Banking-Apps.

Herkunft schlägt zusätzliche Funktionen

Marie-Claire Broekhoff und Ron Berndsen zeigen im Forschungspapier Nr. 876 der niederländischen Zentralbank (DNB): Gegenüber identischen Verfahren niederländischer Anbieter sinken die Auswahlchancen bei europäischen Anbietern um rund 37 Prozent, bei US-Anbietern um 78 und bei asiatischen um 88 Prozent.

Eine zusätzlich erforderliche App senkt sie um etwa 39 Prozent.

Verbraucher bevorzugen Verfahren, die online und im Geschäft funktionieren sowie wiederkehrende automatische Zahlungen ermöglichen.

Zusätzliche Offline-Funktionen und bedingte Zahlungen bringen im Durchschnitt keinen statistisch nachweisbaren Zusatznutzen.

Schnellere Ausführung wird leicht bevorzugt; geprüft wurden Verzögerungen von höchstens zehn Sekunden, einer Stunde und einem Tag.

Bekundete Ablehnung trifft konkrete Auswahl

Im November 2025 beantworteten 2.084 Mitglieder des niederländischen LISS-Panels je acht hypothetische Auswahlaufgaben; die Rücklaufquote betrug 76,3 Prozent.

Rund 45 Prozent erklärten anschließend, kein neues Verfahren nutzen zu wollen.

Im Experiment lehnten dagegen nur rund 11 Prozent sämtliche Angebote ab.

Das Latent-Class-Modell unterscheidet sechs Gruppen mit unterschiedlichen Präferenzen.

Ältere und digital weniger versierte Befragte mit geringerem institutionellem Vertrauen gehören häufiger zur Gruppe der Nichtnutzer.

Präferenz ist noch keine Nutzung

Die Ergebnisse messen hypothetische Entscheidungen, keine tatsächliche Nutzung.

Preise und Händlerakzeptanz wurden konstant gehalten; alle Datenschutzvarianten boten relativ hohen Schutz.

Die Autoren empfehlen deshalb eine spätere Überprüfung anhand tatsächlicher Nutzung und eine Kommunikation des Alltagsnutzens.

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