Niederländische Wertpapierdepots steigen um 12 Prozent
Das Wertpapiervermögen niederländischer Haushalte ist im zweiten Quartal 2026 um mehr als 12 Prozent auf 234,2 Milliarden Euro gestiegen. Laut der Nederlandsche Bank ist dies der stärkste Quartalsanstieg seit Beginn der Aufzeichnungen Ende 2018.
Neue Börsenlieblinge von SpaceX bis Magnum
Niederländische Privatanleger investierten im zweiten Quartal 2026 verstärkt in Börsenneulinge.
Beim US-Raumfahrtunternehmen SpaceX kauften Haushalte im ersten Handelsmonat nach dem NASDAQ-Börsengang Aktien für 169 Millionen Euro – Rekord seit Aufzeichnungsbeginn 2018.
Nach Gewinnmitnahmen von 100 Millionen Euro lag der Bestand Ende Juni bei 71 Millionen Euro.
Bei der tschechischen CSG hielten sie 72 Millionen Euro und beim Eishersteller Magnum 100 Millionen Euro.
Treiber des Depotwachstums auf 234,2 Milliarden Euro waren vor allem Kursgewinne: Bei ASML stieg der Wert der Positionen trotz Nettoverkäufen von 613 Millionen Euro durch einen Kursanstieg von über 50 Prozent auf 6,0 Milliarden Euro.
Spareinlagen dominieren weiterhin die Bilanzen
Trotz der neuen Rekorde im Wertpapierbereich bleibt das Sparbuch die bevorzugte Anlageform der Niederländer.
Das Gesamtdepot von 234,2 Milliarden Euro setzt sich zusammen aus Investmentfonds (153,0 Milliarden Euro), Direktaktien (74,7 Milliarden Euro) und Anleihen (6,4 Milliarden Euro).
Dem stehen jedoch 552,6 Milliarden Euro auf Sparkonten sowie 113,2 Milliarden Euro auf Zahlungskonten bei heimischen Banken gegenüber.
Nach Daten der Aufsichtsbehörde AFM und des Statistikamtes CBS halten nur etwa 2,2 Millionen der insgesamt 8,4 Millionen niederländischen Haushalte überhaupt ein Wertpapierdepot.
Börsenfieber im Land der Sparer
Die Begeisterung für prominente Börsengänge belegt ein wachsendes Interesse am Aktienmarkt.
Dass die Depotzuwächse primär auf bestehende Kursgewinne zurückgehen, zeigt jedoch ein weiterhin zurückhaltendes Neuanlageverhalten.
Angesichts der enormen Summen auf zinsarmen Sparkonten lassen viele Haushalte erhebliche Renditepotenziale ungenutzt.