DNB-Analyse: Bankregeln bremsen EU-Finanzierung nicht
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DNB-Analyse: Bankregeln bremsen EU-Finanzierung nicht

Die EU steht vor enormen Investitionen für grüne Wende, Digitalisierung und Verteidigung. Eine DNB-Analyse zeigt: Banken können diese Prioritäten finanzieren, ohne dass Aufsichtsregeln gelockert werden müssen. Stattdessen sind Risikoteilung und Kapitalmarktintegration entscheidend.

Europas Billionen-Herausforderung

Die Europäische Union benötigt jährlich rund 1,2 Billionen Euro für strategische Prioritäten wie die grüne Transformation, Digitalisierung und höhere Verteidigungsausgaben.

Davon sollen etwa 690 Milliarden Euro pro Jahr aus privater Hand kommen, wobei Banken eine entscheidende Rolle als Finanzierungsgeber spielen.

Eine neue DNB-Analyse zeigt, dass die Bankenaufsichtsregeln die Widerstandsfähigkeit des Sektors stärken und Marktversagen entgegenwirken, ohne die Finanzierung dieser Ambitionen wesentlich zu behindern.

Die erforderlichen Investitionen variieren stark in Risikoprofil und Laufzeit.

Während traditionelle Unternehmenskredite für risikoarme Projekte geeignet sind, erfordern komplexere Vorhaben syndizierte Kredite, Projektfinanzierungen oder die Beteiligung von Risikokapitalgebern und Kapitalmärkten.

Starke Banken, stabile Finanzierung

Die Finanzkrise 2008 führte zu verschärften Aufsichtsregeln, um systemische Risiken zu mindern.

Höhere Kapital- und Liquiditätsanforderungen stärkten die Widerstandsfähigkeit der Banken erheblich.

So verdoppelte sich die Leverage Ratio niederländischer Banken von 3 Prozent (2007) auf rund 6 Prozent (2025).

Die DNB-Analyse zeigt, dass die wirtschaftlichen Kosten dieser Regulierung begrenzt sind.

Höhere Kapitalanforderungen haben langfristig nur einen geringen Einfluss auf Kreditwachstum und Zinssätze.

Sie beeinflussen jedoch die Allokation und Preisgestaltung von Krediten, indem sie risikoreichere Finanzierungen mit strengeren Anforderungen belegen.

Viele europäische Banken halten zudem Überschusskapital, was die These stützt, dass die Anforderungen kein materielles Kredithemmnis sind.

Der wahre Hebel liegt woanders

Die DNB-Analyse entlarvt die Debatte um die Lockerung von Bankenregeln als Scheindiskussion.

Der Schlüssel zur Finanzierung von EU-Prioritäten liegt in einer besseren Risikoteilung und einer tieferen europäischen Kapitalmarktintegration.

Nur so kann das benötigte private Kapital mobilisiert werden, ohne die Stabilität des Finanzsektors zu gefährden.