Nationale Größe bringt Banken 30 Prozent Zinsvorteil
Europäische Banken mit einer Bilanzsumme ab 50 Prozent des nationalen BIP zahlen rund 30 Prozent niedrigere CDS-Spreads. Laut einer DNB-Studie für die Jahre 2008 bis 2024 bringt die globale G-SIB-Einstufung keinen messbaren Zinsvorteil, wohl aber die heimische Dominanz.
Heimatmarkt schlägt globale Einstufung
Die Analyse von 32 Instituten aus 13 europäischen Ländern von 2008 bis 2024 belegt das Fortbestehen einer impliziten Staatsgarantie.
Banken, deren Bilanzsumme mindestens 50 Prozent der Wirtschaftsleistung ihres Heimatlandes erreicht, verzeichnen bei vorrangigen unbesicherten Verbindlichkeiten 31,5 Prozent niedrigere CDS-Prämien.
In absoluten Zahlen entspricht dieser Abschlag einem Refinanzierungsvorteil von rund 35 Basispunkten gegenüber Instituten gleicher Bonität.
Die formelle Einstufung als G-SIB bringt unter Kontrolle von Bilanzkennzahlen und Ländereffekten keinen messbaren Zinsvorteil.
Der optimale Schwellenwert liegt bei 47 Prozent des nationalen Bruttoinlandsprodukts.
Fiskalkraft bestimmt den Subventionswert
Der Finanzierungsvorteil ist direkt an die Bonität des Heimatlandes gekoppelt.
Steigen die CDS-Spreads des Staates, schrumpft der TBTF-Abschlag heimischer Institute, da die Glaubwürdigkeit staatlicher Hilfen schwindet.
Zwar sanken die absoluten Risikoaufschläge im Zuge von Reformen wie der BRRD und höheren Kapitalpuffern seit der Finanzkrise.
Der relative Anteil der impliziten Staatsgarantie an den gesamten Kreditspreads verharrt jedoch seit 2016 auf einem strukturell unveränderten Niveau.
Bail-in bleibt eine Fiktion
Europäische Abwicklungsregeln verfehlen ihr Ziel, implizite Staatsgarantien für dominierende Banken zu beenden.
Solange Rettungserwartungen am Heimatstaat hängen, erhöhen grenzüberschreitende Fusionen vor allem nationale Risiken.
Die Aufsicht muss nationale O-SII-Puffer spürbar anziehen, um den Wettbewerbsvorteil einzudämmen.