Sleijpen fordert aktives Handeln für Inklusion
Inklusion im Unternehmen ist mehr als Strategie und Richtlinien: DNB-Präsident Olaf Sleijpen betonte auf der Konferenz Workplace Pride in Amsterdam, dass eine sichere Arbeitskultur vor allem durch alltägliches Handeln aller Beschäftigten entsteht.
Sichtbare Vielfalt reicht ohne Sicherheit nicht aus
Inklusion erschöpfe sich nicht in Quoten oder Lippenbekenntnissen der Führungsebene, erklärte Olaf Sleijpen am 7. August 2026.
Divers aufgebaute Organisationen böten zwar klare wirtschaftliche Vorteile, da unterschiedliche Perspektiven blinde Flecken in weiß, männlich und heterosexuell geprägten Führungskulturen aufdeckten.
Allerdings verpuffe dieser Nutzen, solange sich Mitarbeiter nicht sicher genug fühlten, sie selbst zu sein.
Insbesondere quere und transgeschlechtliche Beschäftigte stießen im Unternehmensalltag weiterhin auf Vorurteile und Ausgrenzung.
Die De Nederlandsche Bank erreichte 2025 als erste öffentliche Organisation den Status eines „Advocate“ im Workplace Pride Global Benchmark und bestätigte diesen 2026.
Verantwortung im alltäglichen Miteinander
Für eine echte Veränderung brauche es konkrete Maßnahmen wie geschlechtsneutrale Sanitäreinrichtungen und Unterstützung bei der Geschlechtsangleichung.
Entscheidend sei jedoch das tägliche Verhalten im Büro, in Meetings oder an der Kaffeemaschine.
Sleijpen forderte auf, Zivilcourage zu zeigen und diskriminierenden Witzen oder respektlosem Verhalten aktiv entgegenzutreten: „Verbündeter zu sein ist kein bloßes Etikett, sondern zeigt sich im eigenen Verhalten.“
Schweigen sei in solchen Situationen niemals neutral.
Kulturwandel braucht Taten statt Slogans
Sleijpens Plädoyer greift die Zurückhaltung vieler Manager bei Diversitätsthemen treffsicher auf.
Die Verlagerung der Verantwortung auf den Büroalltag entlarvt reines Regenbogen-Marketing als wirkungslos.
Damit setzt die DNB einen wichtigen Maßstab für glaubwürdige Unternehmenskultur im Finanzsektor.
Quelle: The everyday work of inclusion
IN: