Tokenisierter Devisenhandel braucht Zentralbankgeld als Anker
DNB Rede

Tokenisierter Devisenhandel braucht Zentralbankgeld als Anker

Auf der TradeTech FX in Amsterdam hat DNB-Vorstand Bas ter Weel dargelegt, wie Distributed-Ledger-Technologie den Devisenhandel verändert. Er betonte, dass private Innovationen auf sicherem Zentralbankgeld aufbauen müssen, um die Finanzstabilität zu wahren.

Drei Wege zur Abwicklung digitaler Devisen

„Distributed-Ledger-Technologie und Tokenisierung könnten die Finanzmärkte grundlegend verändern“, erklärte Bas ter Weel bei der Fachkonferenz TradeTech FX.

Für die Abwicklung tokenisierter Devisengeschäfte stehen drei Instrumente im Fokus: Stablecoins, tokenisierte Bankeinlagen und digitales Zentralbankgeld für Großbeträge.

Während privat emittierte Stablecoins einen durchgehenden Handel rund um die Uhr und direkte Zug-um-Zug-Zahlungen ermöglichen, warnte ter Weel vor Risiken für die Finanzstabilität bei mangelnder Liquidität der Reserveaktiva.

Tokenisierte Geschäftsbankeinlagen stärken hingegen das bewährte zweistufige Geldsystem, erfordern aber noch gelöste Interoperabilitätsstandards.

Pontes schlägt die Brücke zur DLT-Welt

Das Eurosystem überführt seine Erprobungen nun in die Praxis.

Mit der Brückenlösung „Pontes“ verbindet die Zentralbankengemeinschaft traditionelle Abwicklungssysteme mit aufstrebenden DLT-Plattformen.

Das System startet mit vier DLT-Betreibern und ausgewählten Marktteilnehmern, um Transaktionen erstmals in Zentralbankgeld auf DLT abzuwickeln.

Parallel dazu untersucht die langfristige Initiative „Appia“ das Zusammenspiel verschiedener Geldformen.

Zudem plant die Notenbank verlängerte Betriebszeiten im bestehenden System.

Zentralbanken verteidigen ihr Monopol

Die Notenbank demonstriert Pragmatismus, beharrt aber auf ihrem Abwicklungsmonopol.

Ohne den risikolosen Anker des Zentralbankgeldes droht privaten DLT-Netzen eine gefährliche Fragmentierung.

Echte Effizienzgewinne im Devisenhandel gibt es nur innerhalb strikter regulatorischer Leitplanken.

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