US-Quantitative-Easing verteuert Gewerbeimmobilien weltweit
Eine DNB-Studie belegt: US-Anleihekäufe treiben Gewerbeimmobilienpreise weltweit nach oben. Ein Rückgang der US-Renditen um zehn Basispunkte hebt die globalen Preise binnen zwei Jahren um durchschnittlich vier Prozent an, primär getrieben durch grenzüberschreitende US-Investitionen.
Vier Prozent Preisplus nach zwei Jahren
Ökonomen der De Nederlandsche Bank (DNB) und der Technischen Universität München untersuchen die internationalen Auswirkungen von US-Anleihekäufen auf 22 Gewerbeimmobilienmärkte in elf Ländern.
Ein QE-Schock der Federal Reserve, der die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen um zehn Basispunkte drückt, steigert die Gewerbeimmobilienpreise im US-Inland um durchschnittlich fünf Prozent und im Ausland um rund drei Prozent.
Besonders stark reagieren US-Metropolen wie Houston mit über elf Prozent sowie Dallas und Atlanta mit über acht Prozent Zuwachs.
International verzeichnen Städte wie Paris, London, Melbourne und Hongkong deutliche Preisanstiege, während Standorte wie Amsterdam oder München kaum reagieren.
Portfolio-Umschichtung statt Kreditboom vor Ort
Der Preisanstieg außerhalb der USA resultiert nicht aus einer lokalen Kreditexpansion, sondern aus veränderten Anlagestrategien US-basierter Investoren.
Ein theoretisches Zwei-Länder-Neukeynesianisches Modell identifiziert drei Kanäle: direkte heimische Finanzierungserleichterungen, grenzüberschreitende Portfolio-Umschichtungen in ausländische Immobilienanleihen sowie Rückkopplungseffekte über den Außenhandel, die den ursprünglichen US-Impuls weiter verstärken.
Versteckter Hebel der US-Geldpolitik
Die Studie deckt schonungslos auf, wie stark ausländische Gewerbeimmobilienmärkte am Tropf der Fed-Geldpolitik hängen.
Globale Portfoliostrukturen entwerten damit nationale Aufsichtsmaßnahmen zur Dämpfung von Immobilienzyklen.
Ausländische Zentralbanken verlieren so zusehends die Kontrolle über heimische Bewertungsrisiken.