Lagarde verteidigt Zinserhöhung und beleuchtet KI-Boom
ECB Rede

Lagarde verteidigt Zinserhöhung und beleuchtet KI-Boom

Vor dem EU-Wirtschaftsausschuss hat Christine Lagarde die jüngste Zinsanhebung um 25 Basispunkte verteidigt. Die Notenbank reagiere damit auf den Energieschock und analysiere zugleich die makroökonomischen Risiken des europäischen KI-Booms.

Drei Kriterien steuern den Zinspfad

Die EZB hat die Leitzinsen Anfang September um 25 Basispunkte erhöht.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde begründete den Schritt mit dem Anstieg der Inflation auf 3,2 Prozent im August, getrieben von Energiepreisen von 14,3 Prozent.

Die Kerninflation sank leicht auf 2,4 Prozent, während das Lohnwachstum im zweiten Quartal auf 3,3 Prozent nachgab.

Die September-Projektionen veranschlagen das BIP-Wachstum auf 0,9 Prozent für 2026 sowie 1,4 Prozent für 2027.

Bei der Inflation werden 3,0 Prozent für 2026 und 2,5 Prozent für 2027 prognostiziert.

Die Notenbank verfolge einen Mittelweg: Zwar gebe es keine Hinweise auf Zweitrundeneffekte bei den Löhnen, gestiegene Langfristzinsen dämpften jedoch bereits die Nachfrage.

Zehn Prozent der Fir­me­n­in­ves­ti­ti­o­nen für KI

Neben der Zinspolitik thematisierte Lagarde den Einfluss von Künstlicher Intelligenz auf Produktivität und Kreditmärkte.

Für 2026 wird erwartet, dass Unternehmen rund 10 Prozent ihrer Gesamtinvestitionen in KI lenken; KI-bezogene Kredite machen bereits ein Viertel des Unternehmenswachstums bei Krediten aus.

Während 38 Prozent der Firmen KI nutzen, tun dies lediglich 7 Prozent intensiv.

Lagarde warnte vor Marktkonzentrationen und steigender Schuldenaufnahme der KI-Branche, die Korrekturrisiken bergen.

Vorsicht schlägt Technologie-Euphorie

Die Notenbank balanciert geschickt zwischen akuten Energiekosten und strukturellen Technologietrends.

Lagardes Warnung vor KI-Kreditblasen trifft den wunden Punkt einer überhitzten Markterwartung.

Solange Produktivitätsgewinne vage bleiben, diktieren klassische Inflationsrisiken den Zinspfad.

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