Strengere Sicherheiten und neue Bankenregeln beschlossen
Der EZB-Rat hat im Juli 2026 zahlreiche Beschlüsse jenseits der Leitzinsen gefasst. Im Fokus stehen die Integration von Unternehmenskrediten in den Sicherheitenrahmen, Klimafaktoren sowie Maßnahmen der Bankenaufsicht.
Ende der Übergangsmaßnahmen für Sicherheiten
Der EZB-Rat hat die endgültige Integration von Portfolios nichtfinanzieller Unternehmenskredite in den allgemeinen Sicherheitenrahmen beschlossen.
Dies markiert den finalen Schritt zur Beendigung der temporären Zusatzkredite, deren technische Umsetzung für November 2027 geplant ist.
Gleichzeitig werden Finanzsubsidiarien von Unternehmensgruppen der Haircut-Kategorie III zugeordnet, um eine einheitliche Behandlung mit den Muttergesellschaften zu gewährleisten.
Ergänzend dehnt die EZB den Einsatz von Klimafaktoren auf Unternehmenskredite aus, um Risiken im Zuge der Energiewende im Risikomanagement abzusichern.
Millionenbuße und neue Aufsichtsregeln
In der Bankenaufsicht verhängte die EZB eine Geldbuße von 3.255.000 Euro gegen die Banque Internationale à Luxembourg wegen unzureichender interner Risikomodelle.
Zudem billigte das Gremium überarbeitete Leitfäden für den internen Kapitaladäquanzprozess und Lizenzanträge.
Beim digitalen Euro verzeichnet das Vorhaben mit 36 ausgewählten Zahlungsdienstleistern für die Pilotphase planmäßige Fortschritte, während eine öffentliche Umfrage zu neuen Banknoten-Designs läuft.
Operative Detailarbeit statt großer Wende
Die Beschlüsse zeigen die kleinteilige Perfektionierung des geldpolitischen Rahmens fernab der großen Zinsentscheide.
Insbesondere die Verknüpfung von Sicherheiten mit Klimafaktoren treibt die grüne Agenda konsequent voran.
Für Banken bedeutet dies einen anhaltend hohen Anpassungsdruck in der Risikomodellierung.