Euroraum-Bevölkerung erreicht 2037 Zenit bei 361,4 Millionen
Die Bevölkerung des Euroraums erreicht laut einer EZB-Analyse 2037 einen Höchststand von 361,4 Millionen Menschen, bevor sie bis 2050 auf 358 Millionen sinkt. Höhere Nettozuwanderung federt den Einbruch der Geburtenrate nur vorübergehend ab.
Geburtenknick trifft auf Zuwanderungsplus
Die neuen EUROPOP-2025-Projektionen zeichnen ein verschärftes demografisches Bild für den Euroraum.
Nach einem Zwischenhoch von 361,4 Millionen Menschen im Jahr 2037 sinkt die Einwohnerzahl bis 2050 auf das Ausgangsniveau von 358 Millionen.
Ausschlaggebend ist der historische Einbruch der Geburtenrate auf 1,33 Kinder je Frau im Jahr 2024.
Gegenüber früheren Schätzungen werden zwischen 2020 und 2050 rund 13 Millionen weniger Kinder geboren.
Zwar dämpft eine auf jährlich 1,4 Millionen Personen nach oben korrigierte Nettozuwanderung – vor allem nach Spanien – den Rückgang vorübergehend ab.
Dennoch klettert der Altenquotient von 35 Prozent im Jahr 2025 auf 51 Prozent im Jahr 2050.
Auf einen Rentner kommen dann nur noch zwei Erwerbsfähige.
Ausgabendruck auf die Staatsfinanzen steigt
Die Alterung belastet die öffentlichen Haushalte erheblich.
Laut aktuellem EU-Bericht steigen die altersbezogenen Ausgaben im Euroraum bis 2050 um 1,3 Prozentpunkte auf 26,4 Prozent des BIP, primär getrieben von Renten- und Pflegekosten.
Bis zum Jahr 2100 schrumpft die Erwerbsbevölkerung von derzeit 228 Millionen auf nur noch 175 Millionen Personen.
Besonders drastisch fallen die Rückgänge in Deutschland mit minus 9,4 Millionen und in Italien mit minus 5,4 Millionen Menschen aus.
Migration löst das Rentenproblem nicht
Die temporäre Entlastung durch Zuwanderung verleitet die Politik zu gefährlicher Sorglosigkeit.
Der strukturelle Einbruch bei den Geburten führt unweigerlich in eine massive Finanzierungslücke der Rentenkassen.
Ohne mutige Reformen zur Erhöhung des Renteneintrittsalters droht den Staatsfinanzen die Überlastung.