Lane prognostiziert 3,0 Prozent Inflation und 0,9 Prozent Wachstum
ECB Rede

Lane prognostiziert 3,0 Prozent Inflation und 0,9 Prozent Wachstum

EZB-Direktoriumsmitglied Philip R. Lane hat in Genf den Wirtschaftsausblick für den Euroraum präsentiert. Die EZB-Projektionen sehen die Gesamtinflation 2026 bei 3,0 Prozent und das reale BIP-Wachstum bei 0,9 Prozent, bevor sich die Teuerung bis 2028 auf 2,1 Prozent abschwächt.

Energiepreise treiben Inflation vorübergehend an

In seinem Vortrag beim International Center for Monetary and Banking Studies legte Philip R. Lane die Projektionen der EZB-Experten vom September 2026 dar.

Demnach steigt die Gesamtinflation im Euroraum 2026 zunächst auf 3,0 Prozent, getrieben von einem Anstieg der Energiepreise um 9,3 Prozent.

Für 2027 und 2028 wird ein Rückgang der Inflation auf 2,5 Prozent und 2,1 Prozent erwartet.

Die Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel soll nach 2,5 Prozent im Jahr 2026 bei 2,6 Prozent 2027 und 2,3 Prozent 2028 liegen.

Beim realen BIP-Wachstum rechnen die Experten nach verhaltenen 0,9 Prozent für 2026 mit einer Beschleunigung auf 1,4 Prozent 2027 und 1,5 Prozent 2028.

Die Arbeitslosenquote soll von 6,2 Prozent im Jahr 2026 schrittweise auf 5,9 Prozent im Jahr 2028 sinken.

Lohnstückkosten sinken und KI-Handel gewinnt an Gewicht

Die Daten spiegeln veränderte Finanzierungsbedingungen und globale Kostentreiber wider.

Bei den Arbeitskosten verharrt das Lohnwachstum bei 3,3 Prozent, während die Lohnstückkosten von 2,8 Prozent 2026 auf 2,3 Prozent 2028 sinken.

Gleichzeitig analysiert die EZB den Einfluss von KI-Gütern auf die Importpreise und Handelsströme: Der Euroraum weist im KI-Handel ein moderateres Wachstum auf als die USA.

Zudem dämpfen die geldpolitische Straffung und straffere Finanzierungsbedingungen die Konjunktur spürbar ab.

Zähe Teuerung bremst Hoffnungen aus

Lanes Ausblick zeigt deutlich, dass der Teuerungsdruck durch Energie zäher bleibt als erhofft.

Die EZB setzt auf eine Erholung ab 2027, doch das schwache Wachstum für 2026 birgt reale Risiken.

Für die Geldpolitik bedeutet dieser Befund, dass rasche Zinssenkungen vorerst vom Tisch sind.

Quelle: Philip R. Lane: The Outlook for the Euro Area Economy

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