Gupta sieht Indien robust, schließt baldige Zinssenkungen aus
Poonam Gupta, Vizegouverneurin der indischen Zentralbank (RBI), sieht Indien trotz globaler Schocks gut aufgestellt. Beim BFSI-Gipfel von Business Standard verweist sie auf kräftiges Wachstum, sinkende Schuldenquoten und belastbare Banken.
Wachstum trägt, Preisdruck steigt
Der geldpolitische Ausschuss erhöhte den Repo-Leitzins im Oktober um 25 Basispunkte auf 5,50 Prozent.
Gupta bekräftigt die Ausrichtung auf dosierte Straffung: Kurzfristig kommen nur Erhöhungen oder Pausen infrage, keine Senkungen.
Die Inflation stieg von 4,5 Prozent im Juli über 4,8 Prozent im August auf 5,5 Prozent im September; die Kerninflation erreichte zuletzt 4,3 Prozent.
Gleichzeitig erhöhte der Ausschuss die Wachstumsprognose für 2026/27 um 0,4 Prozentpunkte auf 7,1 Prozent.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert jeweils 7,0 Prozent für 2026/27 und 2027/28. Im ersten Quartal 2026/27 wuchs Indiens Wirtschaft um 7,8 Prozent, getragen von privatem Konsum und Anlageinvestitionen.
Letztere legten um 11,9 Prozent zu, die realen Exporte um 12,0 Prozent.
Schulden sinken, Banken halten stand
Indiens Staatsschuldenquote soll von 84,3 Prozent 2025/26 auf 75,1 Prozent 2031/32 sinken.
Nominales Wachstum von etwa 11 Prozent übersteigt den effektiven Schuldzins von etwa 7 Prozent.
Gupta verweist auf langfristige, überwiegend inländisch gehaltene Schulden in Landeswährung.
Banken weisen 17,7 Prozent Kapitaladäquanz, 15,3 Prozent hartes Kernkapital und rund 124 Prozent Liquiditätsdeckung auf.
Die Quote notleidender Kredite fiel von 11,6 auf 1,8 Prozent seit März 2018.
Im schwersten Stresstest bleiben 46 Großbanken bis März 2028 mit rund 13 Prozent Kapital über der Mindestquote von 9 Prozent.
Robustheit braucht weiterhin Reserven
Gupta warnt vor schwindenden globalen Puffern trotz anhaltenden Wachstums.
Als zentrale Risiken nennt sie Energieversorgung, kreditfinanzierte KI-Investitionen und steigende Staatsschulden samt Finanzierungskosten.
Für Indien bleiben internationale Finanzmarkteffekte sowie Cyber- und Klimarisiken im Blick.