Schwedische Unternehmen melden beste Lage seit September 2022
Die Unternehmensstimmung in Schweden liegt erstmals seit September 2022 wieder über dem historischen Durchschnitt. Laut der Riksbank-Unternehmensumfrage vom August stützen vor allem Rüstungsausgaben, Rechenzentren und ein robuster Sommerkonsum die Erholung.
Rüstung und Konsum treiben den Aufschwung
Der Gesamtindikator der Unternehmensumfrage erreicht im August 2026 den höchsten Stand seit Februar 2022.
Die Befragung von 40 Unternehmen mit 220.000 Beschäftigten zeigt, dass die befürchteten Dämpfer durch den Nahost-Konflikt ausgeblieben sind.
Vor allem drei strukturelle Treiber beleben die Industrie: die Aufrüstung, der Ausbau von Rechenzentren im Norden sowie die Energiewende.
„Alles, was der nationalen Souveränität dient, legt zu“, erklärte ein Unternehmensvertreter.
Auch Einzelhandel und Gastronomie verzeichneten einen starken Sommer, begünstigt durch mehr Auslandstourismus und die befristete Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel.
US-Zölle von 15 Prozent werden derweil als planbare Belastung hingenommen.
Kostendruck verlagert sich auf die Lieferketten
Während die Industrie höhere Beschaffungskosten für Metalle und Elektronikkomponenten an Unternehmenskunden weiterreicht, planen Händler im Basiskonsumgüterbereich vorerst keine Preisschübe.
Beim Personal zeichnet sich nach drei Jahren des Abbaus eine Wende ab: Weniger Firmen planen Entlassungen, wenngleich Effizienzprogramme und KI-Nutzung Neueinstellungen dämpfen.
Einziger Bremsklotz bleibt der Wohnungsbau, während Tiefbau und gewerbliche Infrastrukturprojekte florieren.
Rückenwind aus der Rüstungsschmiede
Die schwedische Wirtschaft fasst Tritt, doch der Aufschwung speist sich primär aus Rüstung und Sonderfaktoren statt aus breiter Dynamik.
Halten die Engpässe bei Chips und Metallen an, droht neuer Kostendruck im B2B-Sektor.
Für die Riksbank verengt dieser Trend den Spielraum für Zinssenkungen.