Ölpreisschocks halten Südafrikas Inflation über Jahre erhöht
SARB Studie

Ölpreisschocks halten Südafrikas Inflation über Jahre erhöht

Nach den Ölpreisschocks 2008, 2011 und 2022 blieb die Inflation in mehr als der Hälfte der untersuchten südafrikanischen Warenkorbpositionen zwei Jahre erhöht. Eine Studie der südafrikanischen Zentralbank zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Episoden.

Drei Schocks, unterschiedliche Inflationspfade

Mathias Manguzvane, Koketso Mantsena und Mpho Rapapali vergleichen die Ölpreisschocks 2008, 2011 und 2022.

Die Gesamtinflation erreichte gegenüber dem jeweiligen Vorschockmittel Spitzen von 5,1, 2,6 und 2,4 Prozentpunkten nach neun, 13 und fünf Monaten.

Besonders stark reagierten Nahrungsmittel, Verkehr und Kerngüter.

Bei Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken betrugen die Spitzen 8,3, 9,1 und 7,3 Prozentpunkte; bei Kerngütern 6,7, 4,5 und 3,6 Prozentpunkte.

Nach 24 Monaten lagen noch 66,7, 61,1 beziehungsweise 55,0 Prozent der erfassten Kategorien über der Hälfte ihrer Spitzenreaktion.

Die Ölpreisschocks selbst dauerten 19, 42 und zehn Monate.

Breiter Inflationsdruck bei Nahrungsmitteln und Rohstoffen begleitete die stärksten und anhaltendsten Reaktionen.

Vorschockniveau und Geldpolitik zählen

Die Ereignisstudie der Südafrikanischen Zentralbank (SARB) nutzt monatliche Verbraucherpreisdaten von Statistics South Africa für Januar 2007 bis Dezember 2025.

Sie vergleicht 24 Monate nach Schockbeginn mit dem Mittel der sechs Vormonate.

Zwischen November 2021 und Mai 2023 erhöhte die SARB den Reposatz um 475 Basispunkte; dessen Beitrag zur geringeren Persistenz 2022 lässt sich nicht isolieren.

Der durch den US-Iran-Konflikt ausgelöste Schock 2026 trifft laut Autoren auf niedrigere Inflation und Inflationserwartungen als 2008 und 2011.

Keine kausale Durch­rei­chungs­quo­te

Die Ergebnisse beschreiben gemeinsame Preisbewegungen, nicht den isolierten Einfluss des Ölpreises.

Unterschiedliche Kategorieabdeckungen begrenzen zudem den Vergleich der Persistenzquoten.

Sinkende Inflationsraten bedeuteten in keiner Episode eine Rückkehr zum früheren Preisniveau.

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