Raffinerie-Schließungen kosten Südafrika 76 Milliarden Rand
SARB Studie

Raffinerie-Schließungen kosten Südafrika 76 Milliarden Rand

Die Schließung einheimischer Raffinerien hat Südafrikas Importrechnung für Kraftstoffe zwischen 2021 und 2024 um 76 Milliarden Rand verteuert. Laut einer Studie der SARB halbierte sich die operative Kapazität auf 250.000 Barrel pro Tag.

Vom Selbstversorger zum Großimporteur

Die operative Raffineriekapazität Südafrikas ist auf rund 250.000 Barrel pro Tag eingebrochen – weniger als die Hälfte der installierten Basis von 525.000 Barrel.

Nach der Stilllegung von SAPREF und PetroSA sowie dem Umbau von Enref zum Importterminal verbleiben nur noch Secunda und Astron Energy am Netz.

Infolgedessen decken Importe inzwischen über die Hälfte des nationalen Treibstoffbedarfs von 601.000 Barrel täglich.

Weil veredelte Produkte im Schnitt zwölf Prozent teurer sind als Rohöl, stieg die Belastung der Handelsbilanz zwischen 2021 und 2024 um kumuliert 76 Milliarden Rand.

Zugleich sank die Produktion im verarbeitenden Gewerbe für Erdölprodukte seit 2019 um rund 20 Prozent, während schätzungsweise 5.400 direkte und indirekte Industrie-Arbeitsplätze verloren gingen.

Regulierungsstau und globale Megaprojekte

Der Rückzug privater Betreiber wie bp, Shell und TotalEnergies wurzelt in strukturellen Nachteilen.

Veraltete Anlagen, geringe Skaleneffekte und die mehrfach verschobene Einführung des Treibstoffstandards Clean Fuels II verhinderten rentable Modernisierungen.

Hinzu kamen Betriebsunfälle wie Flutschäden und Brände.

Während Konkurrenten in Asien und Afrika moderne Megaraffinerien wie Nigerias Dangote-Komplex bauten, verlor Südafrika seine industrielle Wertschöpfung.

Dies trifft auch Vorprodukte wie Bitumen für den Straßenbau und Ammoniak für Düngemittel.

Hausgemachte Verwundbarkeit

Die Deindustrialisierung des Raffineriesektors ist das Ergebnis jahrelanger regulatorischer Unentschlossenheit.

Südafrika tauscht funktionierende Wertschöpfungsketten gegen akute Anfälligkeit für Wechselkursschwankungen und weltweite Preisschocks ein.

Ohne eine gezielte Modernisierung der Logistik- und Energieinfrastruktur droht die Importabhängigkeit das Land teuer zu stehen.

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