Tuominen fordert stärkere digitale Abwehr gegen Geldwäsche
SSM Rede

Tuominen fordert stärkere digitale Abwehr gegen Geldwäsche

Anneli Tuominen vom Aufsichtsgremium der Europäischen Zentralbank (EZB) fordert in Helsinki mehr Investitionen in KI, Cybersicherheit und digitale Führungskompetenz. Die EU-Geldwäscheverordnung wird ab Juli 2027 vollständig verbindlich.

Zentrale Aufsicht gegen grenz­über­schrei­ten­de Risiken

Jährlich werden weltweit schätzungsweise 2 bis 5 Prozent des BIP gewaschen: rund 2,4 bis 5,9 Billionen US-Dollar.

In der EU beschlagnahmen Strafverfolger weniger als 2 Prozent der jährlichen Erlöse organisierter Kriminalität.

Tuominen verweist auf Rechts-, Kredit-, Liquiditäts- und Reputationsrisiken bis hin zur Existenzgefährdung von Banken.

Die EU-Geldwäschebehörde (AMLA) arbeitet seit Juli 2025; ab Januar 2028 beaufsichtigt sie rund 40 risikoreiche Gruppen oder Unternehmen direkt.

Sie koordiniert zudem Meldestellen und übernimmt Regelsetzungsaufgaben von der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA).

Die EZB prüft keine Geldwäsche-Compliance, berücksichtigt aber entsprechende Befunde bei Lizenzen, Beteiligungen, Eignungsprüfungen und im jährlichen Aufsichtsprozess.

Digitale Angriffsflächen wachsen mit

KI-gestützte Täuschungen, synthetische Identitäten und digitale Kundenaufnahme verzahnen Geldwäsche- und Cyberrisiken.

Kryptowerte, E-Geld und Echtzeitzahlungen erschweren Prüfungen; die EU-Geldtransferverordnung verbessert die Rückverfolgbarkeit von Kryptotransaktionen.

Cloud-Abhängigkeiten und IT-Änderungen belasten interne Kontrollen.

Tuominen verlangt mehrjährige KI-Investitionen, stärkere Softwarekontrollen und klare Verantwortung für KI-Entscheidungen.

Eine Vereinbarung von Mitte 2025 regelt den Informationsaustausch zwischen EZB und AMLA.

Technik allein genügt nicht

Tuominen verbindet Geldwäscheprävention mit der operativen Widerstandsfähigkeit von Banken.

Neben Technologie fordert sie digitale Kompetenz der Leitungsorgane und wirksame Kontrolle von KI-Entscheidungen.

Auch Aufseher müssen laut ihr ihre Werkzeuge, Fachkenntnisse und risikobasierte Priorisierung ausbauen.

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