Buch erteilt laxeren Banken-Kapitalregeln eine Absage
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Buch erteilt laxeren Banken-Kapitalregeln eine Absage

Weniger Regulierung schafft kein Wachstum: EZB-Chefaufseherin Claudia Buch warnt in Brüssel vor einer Aufweichung der Eigenkapitalregeln für Banken. Gleichzeitig treibt die Aufsicht den Abbau bürokratischer Hürden und schlankere Prozesse voran.

Kapitalpuffer stehen nicht zur Disposition

EZB-Chefaufseherin Claudia Buch wendet sich entschieden gegen Forderungen nach laxeren Kapitalvorgaben zur Wachstumsförderung.

Das Eigenkapital der Banken sei kein Engpass für die Kreditvergabe: Die von der EZB direkt beaufsichtigten Institute weisen eine harte Kernkapitalquote (CET1) von durchschnittlich 16 Prozent auf und schütten Rekordsummen über Dividenden sowie Aktienrückkäufe an Aktionäre aus.

„Widerstandskraft und nachhaltiges Wachstum sind zwei Seiten derselben Medaille“, betonte Buch bei der Bruegel-Jahrestagung in Brüssel.

Ein Absenken von Standards wie der Verschuldungsquote (Leverage Ratio) oder dem Output Floor mache das Finanzsystem anfälliger, ohne strukturelle Bremsen zu lösen.

Buch forderte die getreue Umsetzung der internationalen Basler Standards.

Entschlackung im Aufsichtsalltag

Statt regulatorischer Lockerungen setzt die Aufsicht auf interne Verschlankung.

Von über 100 Leitfäden werden rund 40 ersatzlos gestrichen.

Beim kommenden EU-weiten Stresstest mit der EBA halbiert die Aufsicht die abzufragenden Datenpunkte; die laufende Berichterstattung sinkt um rund 20 Prozent.

Unkomplizierte Kapitaltransaktionen werden künftig in Schnellverfahren innerhalb einer Woche abgewickelt.

Gleichzeitig drängt Buch auf die Vollendung der Bankenunion: Da weniger als 2 Prozent der Einlagen grenzüberschreitend gehalten werden, sei eine europäische Einlagensicherung überfällig.

Bürokratieabbau statt Kapitalrabatt

Buch zieht die richtige Grenze zwischen bürokratischer Entlastung und gefährlicher Deregulierung.

Dass Institute bei Rekordausschüttungen über Kapitalmangel klagen, entlarvt deren Wachstumsargumente.

Europas Banken brauchen einen echten gemeinsamen Markt statt aufgeweichter Risikopuffer.

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