Buch: Bankenunion-Reformen für Resilienz, Wachstum, gegen KI-Risiken
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Buch: Bankenunion-Reformen für Resilienz, Wachstum, gegen KI-Risiken

Claudia Buch, Vorsitzende des EZB-Aufsichtsgremiums, fordert umfassende Reformen der Bankenunion. Angesichts geopolitischer Risiken und KI-Herausforderungen sei die Stärkung der Resilienz für nachhaltiges Wachstum unerlässlich.

Geopolitik und KI fordern Bankenunion

Die Banken des Euroraums stehen vor einem komplexen Umfeld, geprägt von geopolitischen Risiken wie militärischen Konflikten und höheren Zöllen.

Dies führt zu revidierten Wachstumsprognosen und steigenden Unternehmensinsolvenzen.

Obwohl die Finanzindikatoren des Sektors robust erscheinen, muss die Auswirkung auf die Bilanzqualität sorgfältig überwacht werden.

Gleichzeitig stellen fortschrittliche KI-Modelle neue Herausforderungen für die Cyberabwehr dar.

Über 85 Prozent der beaufsichtigten Banken nutzen bereits KI-Tools, und die Geschwindigkeit und Zugänglichkeit von Cyberangriffen nehmen zu.

Die EZB betont die Notwendigkeit, die Integration des Binnenmarktes zu fördern und die Bankenunion zu vollenden, um diesen Herausforderungen zu begegnen und gleichzeitig hohe Aufsichtsstandards zu wahren.

Robuste Kapitalpositionen sind dabei entscheidend, um Schocks abzufedern und die Wirtschaft zu versorgen.

Kapitalpolster und KI-Abwehr stärken

Empirische Daten widerlegen die Sorge, dass höhere Kapitalanforderungen die Wettbewerbsfähigkeit oder Kreditvergabe beeinträchtigen.

Starke Kapitalpositionen sind vielmehr essenziell, um Schocks zu absorbieren und die Wirtschaft zu finanzieren.

Die europäischen Kapitalanforderungen sind zudem weitgehend mit dem Basler Rahmenwerk abgestimmt.

Parallel dazu ist die operative Resilienz durch digitale Innovationen, insbesondere den Einsatz von KI, von entscheidender Bedeutung.

Neue große Sprachmodelle könnten die Cyberabwehr der Banken herausfordern, da Angriffsgeschwindigkeit und -intensität zunehmen.

Eine starke IT-Governance und effektives Cyber-Risikomanagement sind daher unerlässlich.

Das Digital Operational Resilience Act (DORA), seit 2025 in Kraft, etabliert einen Überwachungsrahmen für kritische Dienstleister und verpflichtet Banken zur Risikosteuerung.

Integration als Schlüssel zur Stabilität

Die Reformagenda muss beschleunigt werden, um Integration und Wettbewerb zu stärken und gleichzeitig die Resilienz zu wahren.

Die Vereinfachung des Kapitalrahmens und die Harmonisierung makroprudenzieller Puffer sind dabei zentrale Elemente.

Die Vollendung der Bankenunion mit einem europäischen Einlagensicherungssystem würde das Vertrauen stärken und die grenzüberschreitende Geschäftstätigkeit fördern.