Montagner sieht Banken gegen höhere Zinsen gewappnet
SSM Rede

Montagner sieht Banken gegen höhere Zinsen gewappnet

EZB-Bankenaufseher Patrick Montagner sieht die Institute im Euroraum trotz steigender Zinsen und geopolitischer Risiken widerstandsfähig. Zugleich plädiert er im Interview mit Les Echos für eine Entschlackung komplexer Regulierungen bei strikter Einhaltung des einheitlichen Regelwerks.

Höhere Zinsen treffen auf robustes Kernkapital

Steigende Zinsen belasten laut Montagner die Refinanzierungskosten der Banken und dämpfen preissensible Segmente wie Wohnimmobilienkredite.

Risiken aus Staatsanleihen stuft der Aufseher jedoch als beherrschbar ein: Diese machen rund 9 Prozent der Bankaktiva im Euroraum aus, zudem bestehe keine Verkaufspflicht.

Im Vergleich zur Finanzkrise von 2008 und der Schuldenkrise von 2012 sei das Finanzsystem heute fundamental stabiler aufgestellt.

Die Eigenmittel bestehen überwiegend aus hartem Kernkapital (CET1) statt aus nachrangigen Verbindlichkeiten.

Zudem sichere das veränderte Zinsumfeld den Instituten seit zwei bis drei Jahren wieder eine solide Profitabilität in ihrer klassischen Rolle als Finanzintermediäre.

Einheitliches Regelwerk gegen Deregulierung

In der Debatte über die Wettbewerbsfähigkeit mahnt Montagner zur Vorsicht: Die Aufsicht befürworte zwar den Abbau redundanter regulatorischer Schichten, warne jedoch vor einer Lockerung der Kapitalanforderungen.

Ein einheitliches Regelwerk („Single Rulebook“) bleibe für das Vertrauen der Einleger unverzichtbar.

Auch der im Basler Rahmenwerk verankerte Output Floor für interne Modelle müsse in seiner Schutzfunktion erhalten bleiben.

Neue Dynamik bringe der Einsatz künstlicher Intelligenz in Kreditvergabe und Risikomanagement.

Klare Kante gegen Verwässerung

Montagner zieht eine klare Grenze zwischen nötigem Bürokratieabbau und gefährlicher Kapitalaufweichung.

Der Verweis auf solides Kernkapital überzeugt, klammert Risiken im Schattenbankensektor jedoch weitgehend aus.

Für die Banken bedeutet das ein klares Stoppsignal für Sonderregeln.

Quelle: Patrick Montagner: Interview with Les Echos

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