Machado fordert einfachere Bankenregeln statt weniger Kapital
Pedro Machado, Mitglied des Aufsichtsgremiums der Europäischen Zentralbank (EZB), fordert in Frankfurt proportionale Bankenregeln statt niedrigerer Kapitalstandards. Kleine Institute sollen weniger melden; größere sollen durch Integration Skaleneffekte erzielen.
Weniger Meldungen, gleiche Schutzstandards
Bei der zwölften Konferenz zur Bankenunion fordert Machado Entlastungen innerhalb des einheitlichen Regelwerks.
Kleine, nicht komplexe Institute melden bereits nur rund 30 Prozent der Daten größerer Banken.
Nationale Aufseher sollen die Bilanzsummenschwelle dieser Kategorie von 5 auf bis zu 10 Mrd. Euro erhöhen dürfen.
Damit könnten bis zu 85 Prozent der weniger bedeutenden Institute erfasst werden, etwa 150 Banken zusätzlich.
Ab 2027 soll eine eigene FINREP-Kategorie die Datenpunkte von rund 13.500 auf etwa 700 reduzieren.
Bei passendem Risikoprofil seien vollständige aufsichtliche Überprüfungen nur alle zwei bis drei Jahre möglich.
Machado plädiert zudem für zwei makroprudenzielle Pufferkategorien statt eines Kapitalaufbaus mit bis zu neun Schichten.
US-Vergleich widerlegt pauschale Entlastungsforderung
Nach EZB-Berechnungen zum Jahresende 2025 läge das erforderliche harte Kernkapital der größten Euroraum-Banken unter US-Regeln rund 8 Prozent höher; die Bandbreite reicht von knapp über null bis fast 17 Prozent.
Bei kleineren bedeutenden Instituten wären es rund 5 Prozent weniger.
Die Verschuldungsquote bleibt dabei unberücksichtigt.
Machado will den Output-Floor gegen unterschätzte Modellrisiken erhalten.
Während der Pandemie erhöhte eine Freigabe von Kapitalanforderungen um einen Prozentpunkt die Kreditvergabe um rund 3 Prozent; außerhalb von Krisen sei der Effekt gering.
Integration statt Kapitalabbau
Machados Trennlinie verläuft zwischen geringeren Verwaltungskosten und schwächeren Schutzstandards.
Wettbewerbsvorteile verortet er bei grenzüberschreitender Integration und technologischen Skaleneffekten.
Größere Banken müssten jedoch abwickelbar bleiben, ohne den Steuerzahler zu belasten.
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