Resilienz schlägt Deregulierung im Bankensektor
Angesichts geopolitischer Risiken und neuer technologischer Herausforderungen warnt EZB-Aufseherin Sharon Donnery vor voreiligen Lockerungen. Im Interview mit Liberal.gr betont sie, dass Stabilität die unabdingbare Basis für die europäische Wettbewerbsfähigkeit ist.
Geopolitische Schocks als Härtetest
Europa und seine Banken navigieren derzeit durch eine Phase erhöhter Unsicherheit, in der geopolitische Spannungen als zentraler und vielschichtiger Risikofreiber wirken.
Aufseherin Donnery betonte, dass operative Resilienz konsequent vor dem nächsten Sturm aufgebaut werden muss und nicht erst währenddessen.
In den jüngsten Stresstests wurden Banken gezielt mit diversen geopolitischen Schocks konfrontiert, um die Widerstandsfähigkeit ihrer Geschäftsmodelle und der IT-Infrastruktur zu prüfen.
Die detaillierten Ergebnisse dieser Analysen sollen in Kürze veröffentlicht werden.
Die europäische Aufsicht setzt dabei verstärkt auf vorausschauende Instrumente statt auf bloße Rückschau.
Vertrauen als Wettbewerbsvorteil
Der bemerkenswerte Wandel des griechischen Bankensektors zeigt, wie Entschlossenheit zu nachhaltiger Profitabilität führt.
Dennoch stehen Banken europaweit vor neuen Herausforderungen durch den rasanten Einsatz von Künstlicher Intelligenz und anhaltende Marktfragmentierung.
Donnery unterstreicht, dass die Vollendung der Bankenunion eine dringende wirtschaftliche Notwendigkeit ist, um grenzüberschreitende Fusionen zu erleichtern und das Wachstum zu finanzieren.
Sicherheit schlägt Schnellschuss
Wer Deregulierung als Allheilmittel für Europas Wettbewerbsfähigkeit feiert, verkennt die Lehren aus der Finanzkrise.
Regulatorische Standards dürfen im internationalen Vergleich nicht aufgeweicht werden.
Schließlich bildet das Vertrauen der Kunden das fundamentale Kapital jeder stabilen Bank.
Quelle: Sharon Donnery: Interview with Liberal.gr
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