Donnery fordert einheitliche Regeln gegen Banken-Fragmentierung
SSM Rede

Donnery fordert einheitliche Regeln gegen Banken-Fragmentierung

Sharon Donnery aus dem EZB-Aufsichtsgremium fordert tiefere Integration als Hebel zur Entlastung europäischer Banken. Am 16. September 2026 mahnte sie im Eurofi Magazine ein echtes einheitliches Regelwerk, das Ende des Ring-Fencings und gebündelte Meldepflichten an.

Drei Hebel gegen die Zersplitterung

Europas Banken sind laut Sharon Donnery solide kapitalisiert, leiden jedoch unter mangelnder Größe und Zersplitterung.

Rund 80 Prozent der Kreditportfolios verbleiben rein national, während grenzüberschreitende Einlagen lediglich zwei Prozent ausmachen.

Um diesen Zustand zu überwinden, schlägt das Mitglied des EZB-Aufsichtsgremiums drei Kernmaßnahmen vor: Erstens die Umwandlung von Richtlinien in direkt anwendbare EU-Verordnungen für ein echtes einheitliches Regelwerk.

Zweitens die Behandlung der Bankenunion als einheitliche Jurisdiktion mit grenzüberschreitenden Kapital- und Liquiditätsbefreiungen sowie dem Abbau von Ring-Fencing, gestützt durch eine europäische Einlagensicherung.

Drittens die Einführung eines integrierten Meldewesens nach dem Prinzip der einmaligen Datenabgabe.

Vereinfachung ohne Abstriche beim Risiko

Nationale Sonderwege bei Governance, Zulassungen und Eignungsprüfungen zwingen Banken bisher in teure Doppelstrukturen.

Gleichzeitig vereinfacht die EZB-Bankenaufsicht eigene Prozesse durch delegierte Entscheidungen, gestraffte Berichte und gezieltere Vor-Ort-Prüfungen.

„Die Messlatte bleibt, wo sie ist: einfachere Anforderungen, nicht niedrigere Anforderungen“, betonte Donnery.

Auch Institute selbst müssten ihre internen Modelle und Datenstrukturen konsequent straffen.

Richtige Diagnose, blockierte Therapie

Donnerys Vorstoß benennt die Fragmentierung treffend als Hauptursache für überbordende Bürokratie.

Doch das geforderte Ende des Ring-Fencings scheitert weiterhin an der Blockade einer gemeinsamen Einlagensicherung.

Ohne politischen Mut im Rat bleibt die Vision eines einheitlichen Binnenmarkts vorerst reine Rhetorik.

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