BIP steigt im zweiten Quartal um 0,2 Prozent
Die Banque de France rechnet für das zweite Quartal 2026 mit einem BIP-Wachstum von 0,2 Prozent. Laut der monatlichen Unternehmensbefragung unter 8.500 Betrieben erholte sich die Aktivität im Juni in der Industrie, dem Dienstleistungssektor und dem Baugewerbe.
Industrie und Dienstleistungen treiben Erholung
Im Juni zog die Industrieproduktion in Frankreich spürbar an, nachdem das Wachstum im Mai feiertagsbedingt verhalten ausgefallen war.
Beflügelt wurde die Dynamik vor allem durch die Bereiche Technologie und Verteidigung sowie Aufholeffekte in der Automobilbranche.
Die Kapazitätsauslastung in der Industrie verharrte stabil bei 76,8 Prozent.
Im Dienstleistungssektor sowie im Baugewerbe kam es ebenfalls zu einer Erholung.
Hitzewellen Ende Juni führten in etlichen Betrieben zu angepassten Arbeitszeiten, beeinträchtigten das Gesamtniveau der Aktivität jedoch kaum.
Auf Basis dieser Ergebnisse schätzt die Banque de France das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts für das zweite Quartal 2026 auf 0,2 Prozent, verglichen mit minus 0,1 Prozent im Vorquartal.
Lieferengpässe weichen schwindendem Preisdruck
Die Material- und Lieferengpässe schwächten sich in der Industrie weiter ab und betrafen noch 11 Prozent der Unternehmen, wenngleich in der Luftfahrt mit 36 Prozent erhebliche Lieferprobleme bestehen blieben.
Der Preisdruck bei Rohstoffen und Energie schwächte sich ab; im Juni hoben 15 Prozent der Industrieunternehmen ihre Verkaufspreise an.
Gleichzeitig sank der aus Textanalysen ermittelte Unsicherheitsindikator auf das Niveau vor Ausbruch des Nahost-Konflikts.
Zunehmend besorgt zeigen sich Betriebe jedoch über den Fachkräftemangel: Die Rekrutierungsprobleme stiegen branchenübergreifend auf 18 Prozent.
Erholung auf wackeligem Fundament
Die Umfrage zeigt eine willkommene Stabilisierung der französischen Wirtschaft nach dem schwachen Mai.
Doch der Zuwachs stützt sich stark auf Nachholeffekte sowie Sonderkonjunkturen in der Rüstungs- und Techbranche.
Ohne eine echte Belebung des Baugewerbes und des Konsums bleibt diese konjunkturelle Erholung fragil.
Quelle: Monthly Business Survey – Start of July 2026
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