Französische KMU tragen 2025 weiter steigende Zinskosten
Trotz vier Zinssenkungen der EZB im Jahr 2025 stiegen die effektiven Finanzierungskosten französischer KMU laut einer Studie der Banque de France leicht an. Größere Mittelständler profitierten hingegen von sinkenden Zinsaufwendungen und flexibleren Kreditstrukturen.
Verzögerte Weitergabe bei kleineren Betrieben
Die Ökonomen Benjamin Bureau und Valentin Georges analysierten rund 1,5 Millionen Steuererklärungen des Jahres 2025 aus der FIBEN-Datenbank.
Während die Kreditzinsen für Neugeschäfte 2025 für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) um 61 Basispunkte und für größere Mittelständler (ETI) um 57 Basispunkte sanken, verlief die Anpassung des gesamten Schuldenbestands gespalten.
Bei den ETI sank der scheinbare Schuldendienst spürbar: 67 Prozent der Unternehmen verzeichneten sinkende Zinskosten.
Bei den KMU meldeten lediglich 44 Prozent einen Rückgang; im Durchschnitt stieg deren Zinsbelastung sogar leicht an.
Ursache ist der hohe Anteil langfristiger Festzinsverbindlichkeiten bei kleineren Firmen, während größere Betriebe mehr kurzfristige und marktnähere Kredite nutzen.
Schwaches Wachstum drückt Bonitätsnoten
Gleichzeitig verlangsamte sich das Geschäftsvolumen: Der Umsatz der ETI wuchs 2025 um 1,2 Prozent nach 0,8 Prozent 2024, während KMU um 1,5 Prozent zulegten – beide Werte liegen deutlich unter dem langfristigen Schnitt von über 3,6 Prozent.
Die Bonitätseinstufungen der Banque de France verschlechterten sich das dritte Jahr in Folge.
Nur noch 58 Prozent der ETI und KMU erhielten eine Spitzenbewertung zwischen 1+ und 4+, verglichen mit 68 beziehungsweise 66 Prozent im Jahr 2022.
Der Anteil hochgradig verwundbarer ETI stieg auf 8,4 Prozent.
Die Zinsfalle für Kleinbetriebe
Geldpolitische Zinssenkungen erreichen die Realwirtschaft höchst asymmetrisch.
Kleinbetriebe sitzen in teuren Altkrediten fest, während größere Konzerne bereits profitieren.
Der stetige Bonitätsabstieg mahnt zur Wachsamkeit vor neuen Schocks.