Raffinerieengpässe treiben 60 Prozent des Kraftstoffpreisanstiegs
BDF Decoder

Raf­fi­ne­rie­eng­päs­se treiben 60 Prozent des Kraft­stoff­preis­an­stiegs

Frankreichs Mineralölprodukte verteuerten sich von Februar bis August 2026 um rund 26 Prozent. Laurence Coursieras, Alexandre Ménard und Camille Thubin von der Banque de France führen am 13. Oktober 2026 rund 15 Prozentpunkte davon auf Raffinerieengpässe zurück.

Weniger Rohöl erreicht die Raffinerien

Die seit dem 28. Februar 2026 geschlossene Straße von Hormus und ukrainische Angriffe auf russische Ölanlagen begrenzen Exporte.

Laut Internationaler Energieagentur fehlten gegenüber 2025 weltweit täglich im März 2,3, April 5,1, Mai 4,2, Juni 6,0, Juli 4,7 und August 4,2 Mio. Barrel Raffinerieverarbeitung.

Insgesamt waren es 810 Mio. Barrel, täglich 4,4 Mio. oder rund 4 Prozent des Weltverbrauchs.

Laut Bloomberg lagen nordwesteuropäische Diesel-Crack-Spreads April bis Juni nahe 50 Dollar je Barrel, im Juli über 70. Benzin lag im April unter null, danach bei 23, 26 und 40 Dollar; Kerosin im Juni über 45, im Juli bei 67 Dollar.

Dieselimporte aus Nahost und Russland fehlen; Güterverkehr und Landwirtschaft reagieren wenig auf Preise.

Crack-Spreads messen den Preisabstand zwischen Raffinerieprodukt und Rohöl.

Rohölentlastung bleibt an der Zapfsäule begrenzt

Von Ende April bis Ende Juni sank Brent um 51 Dollar je Barrel, europäisches Benzin nur um 25 Dollar.

Die französische Zerlegung trennt Brent in Euro, Crack-Spreads, Vertriebsmargen und vor allem Steuern.

Die INSEE-Gewichte betragen 44,7 Prozent für Benzin, 49,3 für Straßendiesel und 6,0 für Heizöl.

Crack-Spreads dominieren seit Juni: Ihr Beitrag von rund 15 Prozentpunkten erklärt nahezu 60 Prozent des Mineralölpreisanstiegs.

Gewichtet entspricht das rund 7 Prozentpunkten beim Energie-HVPI und 0,6 beim Gesamt-HVPI.

Kerosin fehlt in dieser direkten Berechnung; Flugtickets bilden einen indirekten Kanal.

Rohöl allein erklärt zu wenig

Die Autoren benennen Raffinerieengpässe als eigenständigen Inflationstreiber, nicht als Gegenbeleg zur gesunkenen Rohölabhängigkeit Frankreichs.

Reparaturen und Lieferketten brauchen nach ihrer Darstellung möglicherweise Monate.

Dennoch kann ein kräftiger Brent-Rückgang Tankpreise auch bei hohen Crack-Spreads senken.

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