Hohe Vorräte dämpfen Preisschock trotz Hormuz-Ausfällen
BDI Studie

Hohe Vorräte dämpfen Preisschock trotz Hormuz-Ausfällen

Vorräte und Ersatzlieferungen begrenzten den Preisanstieg nach der Hormuz-Störung 2026. Eine am 13. Oktober 2026 veröffentlichte Studie der italienischen Zentralbank untersucht den Ausfall von Öl- und Flüssiggaslieferungen bis zum 30. Juni.

Vorräte ersetzen keine Exportader

Seit Kriegsbeginn am 28. Februar 2026 sanken die Hormuz-Durchfahrten von rund 120 täglich auf nahezu null.

Die globale Ölversorgung verlor gegenüber dem Vorkriegsniveau 11–12 Mio. Barrel täglich; Brent stieg von 72 auf fast 120 Dollar je Barrel.

Hohe Vorräte, schwächere Nachfrage und Umleitungen von rund 5 Mio. Barrel täglich begrenzten den Preisanstieg.

Die Internationale Energieagentur (IEA) kündigte am 11. März die Freigabe von 400 Mio. Barrel an.

Chinas Nettoimporte über See sanken von rund 9 auf 3 Mio. Barrel täglich.

Das Papier Nr. 1067 stammt von Alessandro D'Orazio, Simone Emiliozzi, Fabrizio Ferriani, Andrea Gazzani, Marco Taboga und Giovanni Veronese.

Ihre Einschätzungen vertreten nicht die Position der italienischen Zentralbank.

Asiens Knappheit erreicht Europas Speicher

Rund 90 Prozent der Hormuz-Rohöllieferungen gingen nach Asien.

Europa traf vor allem der Wettbewerb um Flüssiggas (LNG): Am 6. März stieg JKM gegenüber dem 28. Februar um rund 80 Prozent auf 56 Euro/MWh, TTF um 70 Prozent auf 53 Euro/MWh.

Schäden betrafen rund 15 Prozent der Verflüssigungskapazität von Ras Laffan.

EU-Gasspeicher waren Ende Juni etwa 50 Prozent gefüllt.

EU-Hilfen bis zum 4. Mai kosteten 14,5 Mrd. Euro beziehungsweise 0,07 Prozent des BIP; bei Verlängerung bis Jahresende nennt die Studie 38,6 Mrd. Euro beziehungsweise 0,2 Prozent.

Puffer kaufen nur Zeit

Die Autoren sehen in der anfänglichen Stabilisierung keinen Beleg für dauerhaft begrenzte Kosten.

Das US-Iran-Abkommen vom 14. Juni beseitigte weder Infrastrukturschäden noch Unsicherheit über sichere Durchfahrten.

Sie empfehlen befristete, gezielte Hilfen statt breit angelegter Kraftstoffentlastungen.

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