81 Prozent sehen Klimawandel als Inflationstreiber für 2035
DNB Studie

81 Prozent sehen Klimawandel als Inflationstreiber für 2035

81 Prozent der befragten niederländischen Haushalte rechnen für 2035 mit höherer Inflation durch den Klimawandel. Das zeigt das am 26. Oktober 2026 veröffentlichte Forschungspapier Nr. 875 der niederländischen Zentralbank (DNB).

Klimawandel belastet stärker als Förderung

Haushalte verbinden Klimawandel, grüne Transformation und drei klimapolitische Instrumente mit höherer Inflation und stärkeren Inflationsschwankungen im Jahr 2035.

Auf einer Saldo-Skala von −1 für starke Senkung bis +1 für starke Erhöhung erreicht der Klimawandel beim Inflationseffekt 0,520. Es folgen CO₂-Bepreisung mit 0,410 und Transformation mit 0,246; Transformations- und Innovationsförderung erreichen jeweils 0,161. Bei der Inflationsvolatilität lauten die Werte in gleicher Reihenfolge 0,515, 0,401, 0,270, 0,179 und 0,159. Als Übertragungskanäle nennen 74,5 Prozent Lebensmittelpreise, 71,5 Prozent Energiepreise, 58,0 Prozent die Wirtschaftsaktivität und 44,1 Prozent Lieferstörungen.

Stärkere Erwärmungs- und Extremwettererwartungen gehen mit höheren erwarteten Inflationseffekten einher.

Einmalige Befragung begrenzt die Aussage

Gabriele Galati, Fulvia Marotta, Richhild Moessner und Maarten van Rooij nutzen eine repräsentative LISS-Befragung vom Dezember 2025.

Von 2.921 eingeladenen Personen schlossen 2.064 den Fragebogen ab; die Rücklaufquote betrug 71 Prozent.

Die Klimavariablen erklären nur 1,2 bis 9,6 Prozent der individuellen Antwortvariation.

In allen 46 ausreichend besetzten demografischen Vergleichsgruppen überwiegen klimabedingte Aufwärtsrisiken.

Die einmalige Erhebung erlaubt keine Prüfung, ob vorübergehende Inflationsschocks langfristige Erwartungen verändern.

Erwartungen, keine In­fla­ti­ons­pro­gno­se

Die Ergebnisse beschreiben Haushaltsüberzeugungen, nicht tatsächliche künftige Inflation.

Die Autoren sehen bei Fördermaßnahmen geringere Risiken für die Verankerung der Erwartungen als bei CO₂-Bepreisung.

Ihre Aussagen sind keine offizielle Position der DNB.

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