Sleijpen drängt auf Klimaschutz trotz verfehlbarem 1,5-Grad-Ziel
Olaf Sleijpen von der niederländischen Zentralbank (DNB) fordert am 19. Oktober 2026 auf der Klimakonferenz Green Swan in Manila eine schnellere Energiewende. Klimaanpassung allein begrenze die wirtschaftlichen Schäden nicht.
Klimaschäden treffen Wachstum und Preise
Sleijpen sieht das CO₂-Budget für 1,5 Grad Erwärmung nahezu ausgeschöpft.
Unter Verweis auf den Weltklimarat hält er eine deutliche Überschreitung binnen eines Jahrzehnts für sehr wahrscheinlich.
Wetterbedingte direkte Schäden betrugen laut Rückversicherern zuletzt jährlich 384 Mrd. Dollar im Fünfjahresmittel, mehr als doppelt so viel wie Anfang der 2000er.
Eine Untersuchung des Netzwerks zur Ökologisierung des Finanzsystems (NGFS) für die G7 beziffert BIP-Verluste durch Extremwetter auf bis zu 57 Prozent, Inflationsanstiege auf bis zu 17 Prozentpunkte.
Laut Europäischer Zentralbank (EZB) gefährdet Oberflächenwasserknappheit fast 15 Prozent der Wirtschaftsleistung des Euroraums.
Der Weltbank zufolge hängt die Hälfte des globalen BIP von Natur und Ökosystemleistungen ab.
Günstigere Solarenergie verändert die Rechnung
Vor dem Pariser Abkommen 2015 lag die projizierte Erwärmung bis 2100 bei bis zu 3,5 Grad; heutige Maßnahmen weisen auf rund 2,8 Grad.
Laut Internationaler Agentur für erneuerbare Energien (IRENA) ist die erneuerbare Stromkapazität seit 2015 auf mehr als das Zweieinhalbfache gestiegen.
Große Solaranlagen erzeugen Strom seit 2010 rund 90 Prozent günstiger.
Dennoch waren 2015 bis 2025 die elf wärmsten Jahre seit Messbeginn; sieben von neun planetaren Grenzen sind überschritten.
Jedes zusätzliche Zehntelgrad verstärkt laut Sleijpen die Risiken.
Anpassung ersetzt keine Emissionsminderung
Sleijpen betont, dass Anpassung den Klimaschutz ergänzt, nicht ersetzt.
Das NGFS mit über 150 Zentralbanken und Aufsehern liefert dafür Daten und Szenarien, auch über drei bis fünf Jahre.
Klimapolitische Entscheidungen liegen laut Sleijpen jedoch bei den Regierungen der fast 200 Staaten, nicht bei Zentralbanken.
Quelle: Shackleton’s lesson: we still have a choice
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